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Kommentar

Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei ...

EINWURF von Werner Köhne

Von Werner Köhne

Das Zitat im Titel ist von Lale Andersen. Doch wann ist etwas vorüber? Wenn das Pendel zur Ruhe kommt und alles wieder an seinen Platz rückt – wie einst?



Der englische Premierminister Johnson kündigt dieser Tage das Ende der Lockdown-Maßnahmen an – in der im britischen Naturalismus wurzelnden Überzeugung, dass, nachdem nahezu alle Engländer geimpft sind, die Gefahr der Pandemie gebannt sei und wir nun einigermaßen gesichert mit dem Virus leben sollten. Das mögen die deutschen Krypto-Krisenmanager – hier eher Metaphysiker als Naturalisten – überhaupt nicht, obwohl laut Meldungen 60 Prozent der Deutschen erst- und nahezu 40 Prozent zweitgeimpft seien. Es sollen ja viele sein. Als Zeuge ihrer hochgradigen Bedenkenkultur dient ihnen der wie vom Himmel nachgeschobene Deltavirus, der sich ausgerechnet in den Ländern mit den meisten Geimpften zu neuer Tat versammelt: in Israel, England, Russland. Und nun auch in Deutschland. Man fragt sich: Wie geht das zusammen? War alles nur Schmu? Welche Wahrheit spricht da zu uns?

Hat sich Delta in die geimpften menschlichen »Wirte« verliebt und lehnt die Nichtgeimpften als nicht satisfaktionsfähig ab? Warum aber dann sich noch impfen lassen – mein lieber Herr Gesangsverein? Oder ist das deutsche Panikorchester mehr darauf aus, die Dystopie am Leben zu halten – ohne jenes Happy End, das der Pumuckl aus London immerhin seinen Landsleuten in Aussicht stellt.

Bald alles ausgestanden? Oder wird etwa Delta eine dritte Impfung fordern, der Johnson dann zähneknirschend zustimmen muss? Die deutschen Politmetaphysiker aber fordern wohl dann Spritzen bis zum Abwinken, gestaltet als Sado-Maso-Lustbarkeit, bei der dem Dauerpatienten der Oberarm purpurn anschwillt. Wer sich impft, »der lebt, auch wenn er gestorben ist« – so wusste schon die Bibel. Am Ende sind wir glücklich totgestochen – der Sache zuliebe, der Wahrheit. Aber wer oder was ist die Sache und was die Wahrheit?


Köhne, Autor der »Minima Mortalia«, geht auf Lesereise. Einladungen willkommen: wernerpaulkoehne@gmail.com




Dieser Text erschien in Ausgabe N° 55 am 16. Juli 2021




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